Archiv für den Monat: September 2018

Die Betreuung im Unternehmen – externe Bachelorarbeit

Du hast ein spannendes Thema für Deine Bachelorarbeit oder Masterarbeit gefunden, hast Dich mit Deinem Betreuer an der Universität auf die Rahmenbedingungen geeinigt, das Thema eingegrenzt und beginnst mit der Bearbeitungszeit. Die Datenerhebung – sei es in Form von Versuchen, Experimenten, Interviews oder Umfragen – ist meist der zentrale Teil Deiner Abschlussarbeit. Obgleich Du natürlich schon im Theorieteil die Grundlage Deiner Bachelor- oder Masterarbeit legst, generierst Du die wirklich innovativen Erkenntnisse natürlich im Empirie-Teil der Abschlussarbeit. Wenn Du Deine Abschlussarbeit in einem Unternehmen schreibst, ist natürlich die Betreuungssituation vor Ort natürlich für die Datenerhebung sinnvoll. Wir haben für Euch zusammengefasst, inwiefern das Betreuungsverhältnis schon vorab definiert werden soll und auf welche Punkte Du vorher auf jeden achten solltest.

Klare Planung: Wichtig für den Erfolg der Bachelorarbeit

Dein Betreuer im Unternehmen ist natürlich intensiv ins Tagesgeschäft der Firma eingebunden. Naturgemäß hat er deshalb nicht auf täglicher Basis Zeit, Dir bei Deinen Recherchetätigkeiten, dem Versuchsaufbau oder Sonstigem zur Seite zu stehen. Dies erfordert einerseits von Dir ein hohes Maß an Eigenständigkeit bei der Durchführung der Datenerhebung. Andererseits solltest Du vorab mit Deinem Betreuer schon klar definieren, wann genau Ihr Euch zur Besprechung des Forschritts und zur Diskussion von Schwierigkeiten und Problemen treffen wollt. Oft empfiehlt sich ein wöchentlicher Rhythmus. Obgleich die Bearbeitungszeit Deiner Bachelorarbeit anfänglich sehr lang erscheinen mag, so verfliegt die Zeit natürlich oft schneller als gedacht. Deshalb ist es besser ein wöchentliches “Jour Fixe” zu vereinbaren. Wenn du dann einige Tage vorher merkst, dass in der entsprechenden Woche doch kein Treffen notwendig ist, kannst Du dies immer noch kurzzeitig absagen. Aber als allgemeine Regel gilt: Tausche Dich einmal in der Woche mit Deinem Betreuer aus, berichte ausführlich über Deine Tätigkeiten und Überlegungen.

Offenheit in der Kommunikation als Grundlage für eine gute Bachelorarbeit

Wichtig ist vor allen Dingen, dass Du während der Zeit im Unternehmen stets klar kommunizierst, welche Probleme und Schwierigkeiten Du bei der Bearbeitung Deiner Bachelorarbeitgerade erlebst. Auch wenn die Zeit im Unternehmen natürlich eine Möglichkeit ist, sich für eine spätere Festanstellung zu empfehlen, so schadet es auf keinen Fall, Schwierigkeiten anzusprechen. Denn entscheidend ist ja immer noch Deine Abschlussarbeit, die Du natürlich zum Erfolg führen möchtest. Ebenfalls kann die Situation auftreten, dass Dein Betreuer im Unternehmen im Laufe der Abschlussarbeit versucht, den Umfang zu erweitern. Insbesondere, wenn Du gerade in eine besonders spannende Richtung forschst und gute Fortschritte machst. Obgleich man natürlich immer geneigt ist, zusätzliche Anforderungen einfach zu übernehmen, solltest Du hier mit Vorsicht agieren: Denn oftmals ist nicht abzuschätzen, wie viel Mehrarbeit diese Erweiterung mit sich bringt. Ebenso ist für die Bewertung der Abschlussarbeit meist nur relevant, was auch vorab definiert wurde. Das heisst, die Mehrarbeit ist vielleicht für das Unternehmen hilfreich, für Deine Abschlussarbeit aber weniger.

Verlässlichkeit – Vor- und Nachbereitung von Gesprächen als essentieller Teil von externen Bachelorarbeiten

Eine einfache Regel, um ein gutes Betreuungsverhältnis im Unternehmen sicherzustellen: Präsentiere Dich seriös und verlässlich und zeige, dass Dir eine gute Abschlussarbeit und die innovative wissenschaftliche Analyse eines konkreten Problems wichtig ist. Dies mag sehr banal klingen, aber wenn Du Deinem Betreuer und Deinen Ansprechpartnern durch Dein Auftreten und Deine intensive Vorbereitung direkt kommunizierst, dass die Erfolgschancen Deines Vorhabens hoch sind, steigt auf Unternehmensseite nochmals die Motivation, durch gute Betreuung eine wirklich exzellente Abschlussarbeit (Bachelorarbeit) zu ermöglichen. Die vorab genannten Punkte – klare Planung und Offenheit in der Kommunikation – sind gewissermaßen auch Ausfluß dieser Verlässlichkeit. Die Professionalität, die Du bei der Durchführung des Projekts an den Tag legt, hat tatsächlich sehr positiveAuswirkungen auf den Erfolg Deiner Abschlussarbeit. Begeistere die Ansprechpartner in der Firma für Dein Thema – meist eröffnen sich Dir so viele neue Möglichkeiten oder zu erhälst extraordinäre Unterstützung bei der Durchführung des empirischen Teils Deiner Bachelorarbeit.

Wie finde ich den Betreuer für die Bachelorarbeit

Bachelorarbeiten im Unternehmen: Abstimmung mit der Uni

An einigen Universitäten in Deutschland ist es nicht immer gern gesehen, wenn Studierende für eine Bachelorarbeit mit einem Unternehmen kooperieren wollen. Oftmals ist es sogar so, dass die Prüfungsordnungen einzelner Fakultäten diese Möglichkeit gar nicht einräumen. Das Argument: Eine Abschlussarbeit mit einem Unternehmen, mit dem keine Forschungskooperation im Rahmen von Drittmittelprojekten besteht entspricht meistens nicht den hohen wissenschaftlichen Standards, hat keinen direkten Nutzen für die Forschungsaktivitäten des Lehrstuhls und erzeugt deshalb nur unnötigen Betreuungsaufwand. Nichtsdestotrotz sind einige Professoren durchaus offen gegenüber der Betreuung von Abschlussarbeiten, sofern diese thematisch zum eigenen Interessensschwerpunkt passen. Auf Studierendenseite erfordert dies allerdings ein hohes Maß an Kommunikation vorab. Wir haben für Euch die wichtigsten Punkte zusammengefasst, warum einige Professoren sich von ihren Studierenden vor den Kopf gestoßen fühlen und externen Abschlussarbeiten negativ gegenüber stehen.

Keine Abstimmung mit dem Professor / dem Betreuer an der Hochschule im Voraus der Bachelorarbeit

Die meisten Professoren beschweren sich oft, dass Studierende nicht frühzeitig den Kontakt zum Lehrstuhl suchen. Eine Abschlussarbeit – egal ob Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Diplomarbeit – bleibt eine akademische Abschlussarbeit und wird nach den Bewertungsmaßstäben der Universität oder Hochschule bewertet. Auch wenn der Betreuer im Unternehmen oftmals Zweitkorrektor ist – der Erstkorrektor ist stets ein universitärer Mitarbeiter. Dies scheinen Studierende, nach Meinung vieler Professoren, zu ignorieren. Studierende bewerben sich beim Unternehmen für die Durchführung einer Abschlussarbeit zu einem bestimmten Thema und wenden sich erst danach – mit vollendeten Tatsachen – an die Professoren bzw. wissenschaftlichen Mitarbeiter, die dann die Arbeit betreuen sollen. Dies stößt auf großen Unmut bei den Professoren. Idealerweise sollten sich Studierende zunächst einen akademischen Betreuer in ihrem Themenfeld suchen und dann mit ihm gemeinsam auch die Möglichkeit einer externen Abschlussarbeit eruieren. Hier kann der Betreuer auch direkt von der Sinnhaftigkeit eines solches Vorhabens überzeugt werden. Wenn man dann schon einige Unternehmen präsentieren kann, die potentiell für eine Kooperation für eine Bachelorarbeit in Frage kommen, ist dieser graduelle Ansatz deutlich zu bevorzugen, da alle relevanten Parteien in den Prozess von Beginn an einbezogen sind.

Themenvorschlag für Abschlussarbeit vom Unternehmen wird nicht als Themenvorschlag ausgelegt

Ein weiterer Punkt, der oft von Professoren bemängelt wird: die Themenvorschläge der Unternehmen werden von den Studierenden als nicht also solche interpretiert. Vielmehr gehen einige Studierende davon aus, dass das Thema vom Unternehmen vorgegeben wird und unveränderbar ist. Als universitäre Prüfungsleistung hat natürlich nur der Professor bzw. wissenschaftliche Mitarbeiter, der die Abschlussarbeit betreut, das Recht, Themen zu definieren und zu genehmigen. Natürlich kann das Unternehmen in diesen Prozess eingebunden werden, oftmals stellt das Unternehmen einen Zweitkorrektor. Unternehmen definieren grundsätzlich proaktiv Themen, die aktuell ihre Fachabteilungen interessieren. Dies kann im ersten Schritt dazu dienen, Studierende – die sich ja aktiv auf der Suche befinden – auf die Themen aufmerksam zu machen. Nichtsdestotrotz sollten die Themenvorschläge der Unternehmen zunächst mit einem universitären Betreuer diskutiert werden. Gegebenenfalls bedarf es noch einiger Modifizierungen, damit das Thema wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Dies sollte man stets im Hinterkopf behalten: Wenn ein Themenvorschlag des Unternehmen schon als fixes Thema gehandhabt wird, sinkt die Bereitschaft des Professors, dieses auch zu betreuen. Denn natürlich möchte der Betreuer – und das berechtigterweise – ein Wort mitreden.

Kontaktaufnahme schon in zu früher Phase der Bachelorarbeit

Betreuer und Professoren sind zudem oft sehr verärgert, wenn sie ohne Begründung mit der Bitte nach einer Betreuung kontaktiert werden. Viele Professoren berichten davon, dass sich Studierende einfach generisch an verschiedene Lehrstühle und Mitarbeiter wenden, um sich nach einer Betreuung zu erkundigen. Da die Kommunikationswege zwischen den Mitarbeitern der Universität oder Hochschule stets kurz sind, kommt dies natürlich schnell ans Licht. Die Motivation sinkt, die Abschlussarbeit dann auch zu betreuen. Die Abwesenheit einer fundierten Begründung, warum ein Thema insbesondere für den ausgewählten Lehrstuhl bzw. den konkreten Mitarbeiter von Relevanz sein könnte, ist somit eines der größten Hindernisse für eine universitäre Betreuung einer externen Abschlussarbeit. Durch eine detaillierte Begründung des Anliegens kann man auch die Ernsthaftigkeit seines Vorhabens untermalen und beweisen, dass man bereits einiges an Vor- und Denkarbeit in den wissenschaftlichen Kontext des ausgewählten Themas gesteckt hat. Die Begründung kann gleichzeitig auch Überzeugungsarbeit sein: Warum lohnt sich eine Kooperation für die Bachelorarbeit und der potentielle Mehraufwand für den wissenschaftlichen Mitarbeiter in diesem Fall? Leider gehen Studierende oftmals unvorbereitet auf die Suche nach einem geeigneten Betreuer und verbauen sich so die Möglichkeit einer Unternehmenskooperation für ihre Abschlussarbeit.