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| May 21, 2018

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Tipps & Tricks für die Plagiatsprüfung der Bachelorarbeit

Plagiatsprüfung einer Bachelorarbeit

Sich mit fremden Federn zu schmücken, gilt im Allgemeinen als wenig ehrenhaft. Dass die Konsequenzen einer plagiierten Bachelorarbeit aber weit über die Frage der – wissenschaftlichen – Ehre hinausgehen und im schlimmsten Fall bis zur Zwangsexmatrikulation führen können, ist nicht unbedingt allen Studierenden bewusst. Immer mehr Verfasser von Bachelorarbeiten, Masterarbeiten und Dissertationen wollen daher auf Nummer Sicher gehen und lassen die Ergebnisse Ihrer mühevollen Recherchen auf Herz und Nieren – sprich: auf unvollständig oder falsch angegebene Quellen – überprüfen. Welchen Sinn die Plagiatsprüfung Deiner Bachelorarbeit macht und was dabei zu beachten ist, erklärt dieser Beitrag am Beispiel der Plagiatssuchmaschine PlagAware.

Was können Programme für die Plagiatsprüfung (nicht)?

Nach den ersten großen und recht medienwirksamen Plagiatsaffären von Karl-Theodor zu Guttenberg 2011 und Annette Schavan 2012 haben die Unis auf breiter Front mit der Aufrüstung gegen die “Copy&Paste”-Wissenschaft begonnen. Heute gehören Plagiats-Checks von Bachelorarbeiten vielerorts zum Standard-Prozedere – auch wenn selbst den besten Anti-Plagiats-Scannern mit Erkennungsraten von 60%-70% lediglich eine etwas ernüchternde “teilweise Nützlichkeit” bescheinigt wird (http://plagiat.htw-berlin.de/software/2010-2/).

Um zu verstehen, was Tools für die Plagiatsprüfung bringen (und was nicht), sollte man wissen, wie diese Programme funktionieren. Etwas vereinfacht ausgedrückt, machen die Systeme genau das, was jedem Normalsterblichen auch eingefallen wäre: Sie ermitteln verdächtige Abschnitte in einem Text, schlagen diese Abschnitte in einer Suchmaschine nach, lesen die Fundstellen durch und fassen die Ergebnisse in einem mehr oder minder hübschen Bericht zusammen. So weit, so einfach. Ärgerlicherweise liegt der Teufel wie so oft im Detail, denn natürlich kann jeder dieser Schritte besser oder schlechter durchgeführt werden. Doch der Reihe nach:

* Die Ermittlung von verdächtigen Abschnitten: Hier geht es im Wesentlichen darum, wie viele und welche Abschnitte geprüft werden – denn ausnahmslos alle Wortgruppen zu prüfen, ist nach heutigem Stand der Technik schlicht und ergreifend nicht machbar. Viele Programme für die Plagiatsprüfung verfügen über Sprachdatenbanken, die “interessante” – also seltene – Worte und Wortkombinationen höher bewerten als Allgemeinplätze, die so oder so ähnlich in jeder Arbeit vorkommen. Letztlich erhöhen Plagiatssuchmaschinen dadurch die Wahrscheinlichkeit, mit einer Wortkombination einen relevanten Treffer zu landen, sprich: eine plagiierte Textstelle zu entdecken.

* Nachschlagen in einer Suchmaschine: Für die auf diese Weise ermittelten Abschnitte werden entsprechende Dokumente im Netz gesucht. Die wenigsten Anbieter von Tools für die Plagiatsprüfung erfinden dabei das Rad neu, sondern nutzen die großen Suchmaschinen Google und Bing, in der Regel angereichert um eigene Bibliotheken. Damit ergibt sich unmittelbar: Was Google & Co nicht findet, wird in der Regel auch von den Plagiatsprüfmaschinen nicht gefunden. Doch Vorsicht – es gibt Ausnahmen in beide Richtungen. Denn oftmals haben Plagiats-Checker Textdatenbanken lizenziert, die nicht öffentlich verfügbar sind. Zum anderen sperren Websites vereinzelt nicht-menschliche Benutzer – und damit auch Plagiatssuchmaschinen – aus.

* Erstellung des Prüfberichts: Der Rest ist Fleißarbeit. Die von der Suchmaschine vorgeschlagenen Quellen werden eingelesen, mit dem Prüftext vergleichen und aufgelistet, sofern die Übereinstimmung groß genug ist. Bei der Erstellung des Berichts, bei der Darstellung der gefundenen Quellen und der Möglichkeiten zur Überarbeitung des Prüfberichts

unterscheiden sich die Systeme für die Plagiatsprüfung deutlich voneinander. Letztlich entscheiden hier die eigenen Anforderungen und nicht zuletzt der eigene Geschmack.

Einmal Bachelorarbeit und zurück

Genug der Vorrede, wie schaut das Ganze denn nun in der Praxis aus? Als Beispiel haben wir den Plagiat-Checker PlagAware verwendet, der zum einen von Unis und Schulen genutzt wird, zum anderen aber auch von Schülern und Studenten zur Plagiatsprüfung von Seminar,- Bachelor- und Masterarbeiten verwendet werden kann.

Nach der kostenlosen Anmeldung werden wir direkt zur Upload-Seite geleitet, von der man die Bachelorarbeit hochladen kann. Ein Tipp: Programme für die Plagiatsprüfung verwenden nur den reinen Text Eurer Arbeit, keine Bilder, Diagramme oder Formatierungen. Speichert also Eure Arbeit für die Plagiatsprüfung am besten im “Nur-Text”-Format ab – dadurch wird die Datei deutlich kleiner. Insbesondere PDF-Dateien sind manchmal problematisch, da durch die Umwandlung in PDF und die notwendige Zurück-Konvertierung in Text gelegentlich Texte zerstückelt werden.

Bevor Ihr die Arbeit hochladet, solltet Ihr allerdings einen Blick ins Kleingedruckte – sprich: die Geschäftsbedingungen und die Hinweise zum Datenschutz werfen. Könnt Ihr Eure Datei jederzeit wieder löschen? Wird sie vielleicht sogar in den öffentlichen Bestand von Referenz-Dokumenten des Anbieters übernommen? Denkt daran, dass internationale Unternehmen in der Regel nicht den recht strengen deutschen Datenschutzverordnungen unterliegen. Wählt Ihr einen deutschen Plagiat-Checker, seid Ihr zumindest hier schon mal auf der sicheren Seite.

Was gehört in den Prüftext?

Die meisten Tools für die Plagiatsprüfung berechnen die Kosten anhand des Umfangs der Arbeit. Falls in Eurer Arbeit also Texte vorkommen, die sowieso zitiert – oder sicher zitatfrei – sind, könnt Ihr diese vor dem Hochladen entfernen. Allerdings solltet Ihr unbedingt Euer Literaturverzeichnis angeben, da die Programme versuchen, bereits bekannte und angegebene Quellen zu berücksichtigen und entsprechend darzustellen. Das klappt freilich nur, wenn die Quellen auch angegeben sind. Abbildungs- und Tabellenverzeichnisse könnt Ihr für die Prüfung aber getrost unterschlagen, um Kosten zu sparen.

Nachdem die Arbeit hochgeladen wurde, zeigt PlagAware den Textinhalt, im Literaturverzeichnis angegebene Quellen und weitere Optionen nochmals zur Kontrolle an. Wir sind mutig und klicken gleich mal auf “Plagiatsprüfung starten” – und werden mit der Meldung belohnt, dass nun “ScanCredits” zu erwerben sind. Einige Minuten später (der Kaufablauf ist etwas versteckt) haben wir unser Konto aufgefrischt und können die Prüfung starten.

Von Ampelmännchen und Prozentzahlen

Etwa nach einer halben Stunde ist die Plagiatsprüfung unserer Bachelorarbeit mit einem Ergebnis von 8% abgeschlossen. Was bedeutet das denn nun? Ein Blick in die PlagAware-Doku zum Thema Bewertung von Plagiatsprüfungen bringt Klarheit: Hierunter versteht das Programm die Anzahl der Worte, die in nicht angegebenen Quellen gefunden wurden, bezogen auf die Anzahl aller Worte der Arbeit.

Ein einfaches Ampelsystem sucht man leider vergebens. Allerdings ist der Hinweis, dass weniger die Anzahl, sondern vielmehr die Art und Weise der Textübernahme von Bedeutung ist, durchaus nachvollziehbar. Verlasst Euch also nicht auf blind auf Plagiats-Ampeln, sondern schaut Euch im Detail an, was (und was nicht) gefunden wurde.

Quelle, Zitat oder Plagiat?

Wie erwartet wurden öffentliche elektronische Quellen erkannt und im Text eingefärbt. Ein Klick auf eine Quelle öffnet nicht das Originaldokument, sondern stellt zunächst übersichtlich dar, welche Abschnitte kopiert wurden. Das funktioniert erstaunlich gut und deckt auf, wie stark eine Quelle umformuliert wurde.

Was nicht so gut funktioniert, ist die Erkennung der bereits bekannten Quellen. Sind die Quellen im Literaturverzeichnis als Link (wie http://link.springer.com/article/10.1007/s12239-017-0027-3) angegeben, ist alles in Ordnung, aber die Programme für die Plagiatsprüfung tun sich schwer damit, “richtige” Literaturangaben (wie “Coordinated control of ESC and AFS with adaptive algorithms, S. Yim, in International Journal of Automotive Technology (2017)”) den gefundenen Texten zuzuordnen. Hier ist das ist aber kein Problem, auf einen Klick markiert das System eine gefundene Quelle als “angegeben” und korrigiert den Prozentsatz entsprechend.

Das gilt auch für nicht relevante Quellen, wie etwa die üblichen Eidesstattlichen Erklärungen (“Hiermit versichere ich, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig…”). Bei der Plagiatsprüfung wird dies als nicht angegebene Fundstelle gewertet – was technisch ja nicht ganz falsch ist. Inhaltlich macht es aber natürlich keinen Sinn, und so schließen wir die Quelle kurzerhand aus.

Systeme für die Plagiatsprüfung sind also recht gut darin, die Quellen Eurer Bachelorarbeit zu finden und die Art der Überarbeitung darzustellen. Bei der Interpretation müsst Ihr aber nachhelfen – zumindest, falls die Prozentangaben oder Plagiats-Ampeln des Plagiat-Scans Sinn machen sollen. Achtet bei der Auswahl des Tools deshalb darauf, dass die manuelle Interpretation auch unterstützt wird.

In a Nutshell – Tipps & Tricks für die Plagiatsprüfung Eurer Bachelorarbeit

Programme für die Plagiatsprüfung können Euch für eine überschaubare Investition einiges an Sicherheit geben, bevor Ihr Eure wertvolle Bachelorarbeit einreicht. Sie sind aber sicherlich kein Allheilmittel gegen unvollständige und fehlerhafte Literaturabgaben. Insbesondere solltet Ihr die Plagiatsprüfung als ein Werkzeug zur ständigen Verbesserung Eurer Arbeit ansehen, die Fundstellen genau überprüfen und Euch nicht zu sehr auf die Plagiats-Ampeln verlassen.

* Bevor Ihr die Texte für die Plagiatsprüfung hochladet, lest Euch durch, was mit Euren Texten passiert. Werden sie gleich der ganzen Welt zur Verfügung gestellt? Können sie jederzeit gelöscht werden? Behaltet Ihr die Rechte an dem Text? Wenn Ihr diese Infos nicht finden könnt, sucht Euch im Zweifel ein anderes Programm.

* Ladet Eure Texte nicht im Original-Format hoch, sondern speichert sie als Nur-Text ab. Das schont Bandbreite und Eure Nerven bei der Übertragung und macht es leichter für den Plagiat-Checker, den Text richtig zu lesen. Das macht die Plagiatsprüfung besser und oft auch billiger.

* Erwartet nicht, dass alle Literaturquellen gefunden werden. Programme für die Plagiatsprüfung sind gut darin, frei zugängliche elektronische Quellen zu finden, können aber nur sehr begrenzt kostenpflichtige Artikel (und gar keine gedruckten Bücher) finden.

* Interpretiert nicht zu viel in Plagiats-Ampeln “Kein – Vielleicht – Sicher ein Plagiat” hinein. Die Entscheidung, ob unerlaubt abgeschrieben wurde, trifft immer noch der Prüfer – und nicht das Programm. Außerdem können auch die besten Tools nicht entscheiden, ob Ihr entsprechend den Regeln Eurer Prüfungsordnung zitiert habt – oder eben nicht.

* Achtung vor Plagiaten von anderen Bachelor-Arbeiten! Fast alle Programme für die Plagiatsprüfung, die von Schulen und Unis genutzt werden, können frühere Arbeiten in die Prüfung einbeziehen. Wenn Ihr die Plagiatsprüfung selbst durchführt, werden diese Quellen aber natürlich nicht gefunden.

* Falls möglich, gebt die URLs der Quellen im Text mit an. Gute Tools benutzen diese Angaben, um zu entscheiden, ob eine Textstelle angegeben wurde oder nicht.

* Achtet darauf, ob Ihr Euren Prüftext kostenlos überarbeiten dürft – oder ob dann eine neuer (kostenpflichtiger) Plagiats-Check fällig wird. Viele (aber nicht alle) Tools lassen Euch Quellen manuell ausschließen. Vor allem, wenn Eure Ihr Eure Arbeit (oder Teile hiervon) bereits irgendwo veröffentlicht habt, ist diese Funktion notwendig, um falsch positive Fundstellen zu ignorieren.