Wissenschaftliches Arbeiten in der Bachelorarbeit

Im Zuge der Recherche für eine Bachelorarbeit liest man oft einen bestimmten Satz: „Die Bachelorarbeit ist die erste umfangreiche wissenschaftliche Arbeit im Studium“. Doch was bedeutet eigentlich wissenschaftlich arbeiten? Wikipedia liefert dazu eine griffige Definition: „Wissenschaftliches Arbeiten beschreibt ein methodisch-systematisches Vorgehen, bei dem die Ergebnisse der Arbeit für jeden objektiv nachvollziehbar oder wiederholbar sind. Das bedeutet, Quellen werden offengelegt (zitiert) und Experimente so beschrieben, dass sie reproduziert werden können.“

Demzufolge gibt es einige übergeordnete Fragestellungen, die Du Dir beim wissenschaftlichen arbeiten immer bewusst machen solltest: Was ist die Grundlage Deiner Schlussfolgerungen? Auf welche Fakten und Forschungsergebnisse anderer Wissenschaftler beziehst Du Dich? Wie entwickelst Du daraus Deine eigene Leistung? Um wissenschaftlich zu arbeiten, ist das Befolgen einer Methodik und einer genauen Planung extrem wichtig. Eine strukturierte Herangehensweise an die Bachelorarbeit erleichtert das Schreiben und hilft, ineffizientes Wiederholen von Arbeitsschritten zu vermeiden.

Methodik im wissenschaftlichen Arbeiten

Das Ziel einer Bachelorarbeit ist nicht nur ein thematisches Ergebnis. Für Deinen Betreuer von der Universität ist es von großer Bedeutung, dass Du eine geordnete Argumentationskette aufstellen kannst, die zu einer konkreten Schlussfolgerung führt. Um dies zu erreichen, kannst Du Dich an vier Punkten orientieren:

Problemstellung: Das Thema, welches Du für Deine Bachelorarbeit wählst, muss für eine wissenschaftliche Untersuchung geeignet sein. Gibt es genügend Literatur, auf die Du Dich beziehen kannst? Warum ist das Thema relevant? Ein komplett neues und kreatives Thema ist zwar von Aktualität geprägt, jedoch darfst Du nicht vergessen, dass Deine Arbeit auf einem aktuellen Forschungsstand aufsetzen sollte. Dieser kann theoretisch auch gering sein, und durch eigene Forschungen von Dir ausgebaut werden. Dennoch besteht hier die Gefahr, dass Du dabei zu wenig mit vertrauenswürdigen Quellen arbeitest, und demzufolge nicht wissenschaftlich. Für eine umfangreiche wissenschaftliche Analyse eines neuartigen Themas ist die Bachelorarbeit daher aufgrund des geringeren Umfangs nur begrenzt geeignet. Hebe Dir solche Themenstellungen am besten für die Masterarbeit oder Doktorarbeit auf.

Leitfrage: Was willst Du in der Bachelorarbeit herausfinden? Dies ist eine grundlegende Frage zu Beginn der Bachelorarbeit. Die Beantwortung dieser Frage und deren Begründung am Schluss der Bachelorarbeit sind essentiell für eine wissenschaftliche Arbeit. In dem Hauptteil führst Du den Leser durch strukturierte Argumentation zu Deiner Schlussfolgerung.

Aktueller Stand der Forschung: Wissenschaftlich arbeiten heißt, objektiv nachvollziehbar zu arbeiten. Dabei analysierst Du den aktuellen Literaturstand und Veröffentlichungen zu Deinem Thema. Welche Ergebnisse haben andere Forscher erzielt? Sind diese einheitlich, oder gibt es unterschiedliche wissenschaftliche Positionen zu Deinem Thema? Darauf aufbauend kannst Du Deine Ergebnisse darlegen und begründen.

4 häufige Fehler in einer wissenschaftlichen Arbeit

Fehlende Eigene Leistung

Ein häufiger Fehler ist, dass Studierende viele Zitate aneinanderreihen, ohne diese in einen eigenen Zusammenhang zu stellen. In einer wissenschaftlichen Bachelorarbeit muss das Thema analysiert werden, nicht bloß eine Wiedergabe der verfügbaren Stoffsammlung. Das bedeutet, dass Du die verwendeten Zitate kritisch bewertest und daraus eigene Thesen bewertest.

Verwendung nicht-wissenschaftlicher Literatur

In einer wissenschaftlichen Arbeit ist es selbstverständlich, auch wissenschaftliche Literatur zu benutzen. Das bedeutet, dass die Literatur von Experten vor der Veröffentlichung gegengelesen wurde, wie es in Fachbüchern, Journal oder Beiträgen in Fachzeitschriften der Fall ist. Artikel aus Tageszeitungen sind eher zu vermeiden. Wissenschaftliche Artikel findest Du besonders in lizenzierten Datenbanken. Der Vorteil hierbei ist, dass du in jedem Fall Zugang zu den aktuellsten wissenschaftlichen Veröffentlichungen hast.

Formale Fehler

Auch wissenschaftliche Literatur muss vorsichtig betrachtet werden, wenn Du eine Textpassage zitieren möchtest. Ist es die Meinung oder das Ergebnis des Autors? Oder bezieht er sich hier gerade selbst auf einen anderen Forscher? In jedem Fall ist die Originalquelle zu zitieren.

Außerdem bedeutet wissenschaftlich arbeiten auch, ein strukturiertes und fehlerfreies Literaturverzeichnis an die Arbeit anzuhängen. Ist dieses lückenhaft oder nicht einheitlich geordnet, kann es schnell zu Punktabzügen bei der Bewertung Deiner Bachelorarbeit kommen.

Sprachliche Schwächen

Wissenschaftlich arbeiten heißt nicht, „geschwollene“ Bindwurmsätze zu bilden. Die Fähigkeit, präzise zu formulieren und nachvollziehbar das auszudrücken, was Du sagen willst, ist ein wichtiges Bewertungskriterium Deiner Bachelorarbeit, wenn Du hier Probleme hast, solltest du darüber nachdenken, ein professionelles Lektorat für deine Bachelorarbeit zu nutzen oder dich frühzeitig an Freunde, Familie oder Kommilitonen wenden. Auch zu viel Fachvokabular kann in der Bachelorarbeit  störend wirken.  Verwendetes Fachvokabular oder Abkürzungen sind zudem auch vor der ersten Verwendung beim Schreiben des Textes zu erläutern. Außerdem sollten umgangssprachliche Ausdrücke natürlich vermieden werden. Das gilt sowohl bei wissenschaftlichen Arbeiten in der deutschen Sprache, als auch in Englisch.

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