Interview Olaf Schmid Bachelorarbeit

Teil 2: Interview mit Autor Olaf Schmidt

Teil 2: Nach dem wir im ersten Teil bereits über organisatorische Aspekte von externen Abschlussarbeiten diskutiert haben, spricht Experte Olaf Schmidt im zweiten Teil über die häufigsten Probleme, die Bedenken der universitären Betreuer und non-disclosure-agreements.

die-bachelorarbeit.de: Sie haben bereits viele Abschlussarbeiten – Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten – betreut. Auf welche Probleme und Herausforderungen sollten sich die Studierenden einstellen?

Olaf Schmidt: Das größte Problem ist der Zeitplan. Viele Studierende merken drei Wochen vor der Abgabe: ‘Oh, da sind ja noch ganz andere Sachen, die gemacht werden müssen!’ Deshalb motiviere ich meine Studierenden auch, von Anfang an einen Zeitplan zu erstellen. Dort sollen folgende Fragen beantwortet werden: Wann macht ihr was? Wo steht ihr jetzt gerade? Seid ihr im Zeitplan? Aus diesem Grund versuche ich den Studierenden direkt klar zu machen, auch daran zu arbeiten, was im Endeffekt die Note ausmacht: Der Text, der abgegeben wird.

die-bachelorarbeit.de: Die Betreuer an den Universitäten haben häufig Bedenken bezüglich der wissenschaftlichen Qualität und dem Betreuungsaufwand. Wie können diese Bedenken aus dem Weg geräumt werden?

Olaf Schmidt: Da hilft gute Kommunikation während des gesamten Prozesses. Wir sprechen direkt am Anfang und meist auch zum Ende mit den Professoren. Im Gespräch werden dann die jeweiligen Erwartungen abgesteckt. So kann klar abgesprochen werden, für welche Partei was dabei rumkommt. Alleine durch eine gute Kommunikation können viele Probleme und Missverständnisse im Vorhinein vermieden werden.

die-bachelorarbeit.de: Ihr Buch spricht als Ratgeber auch Unternehmen an, die qualifizierte Studierende suchen. Was ist aus Sicht der Unternehmen zu beachten, um passende Bewerbungen zu erhalten?

Olaf Schmidt: Die Anzeigen sollten zunächst dort platziert werden, wo die richtigen Studierenden angesprochen werden können. Dann sollte sich ein Unternehmen die Frage stellen, was der Student will und was die Firma braucht. Das Thema sollte für die Studierenden attraktiv sein und gleichzeitig nicht wahnsinnig viel Arbeit mit der Betreuung mit sich bringen. Dort hilft es, wenn das Thema etwas aus dem täglichen Geschäft ausgekapselt ist.

die-bachelorarbeit.de: In Ihrem Buch sprechen Sie von einer Win-Win-Win-Situation – sehen also Vorteile für alle Beteiligten. Die Vorteile für die Unternehmen und Studierenden liegen auf der Hand. Welche Vorteile sehen Sie für die Hochschulen?

Olaf Schmidt: In der Tat, Studierende profitieren ebenso wie Unternehmen, die relativ kostengünstig motivierte Studierende in Ihr Unternehmen holen können. Aber auch für Hochschulen existieren einige Vorteile: So ist z.B. der Aufwand für die universitäten Betreuer meist geringer, da das Unternehmen ebenfalls einen eigenen Betreuer stellt. Außerdem erhalten die Hochschulen Kontakte zu Firmen, was in puncto Drittmittel ganz interessant sein kann. Manche Professoren sind ebenfalls daran interessiert, wie die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeit kommerziell genutzt werden.

die-bachelorarbeit.de: Eine letzte Frage zum Schluss: Manche Unternehmen verwenden Sperrklauseln für die Ergebnisse der Abschlussarbeiten. Was bleibt dann noch von der Zusammenarbeit?

Olaf Schmidt: Oftmals werden sogenannte Geheimhaltungsverträge (non-disclosure agreements, NDA) abgeschlossen, in denen abgeklärt werden, welche Informationen weitergegeben werden. Dies kann in manchen Fällen notwendig sein. Normalerweise ist und sollte es aber kein Problem sein, dass die entsprechenden Verantwortlichen der Universität Zugriff auf alle relevanten Informationen erhalten.. Hochkritische Themen sollten von Unternehmen nicht ausgeschrieben werden. Dann ist es auch nicht notwendig, ein wirklich strikes NDA aufzusetzen.

die-bachelorarbeit.de: Vielen Dank für das spannende Gespräch!

Aktuell verlosen wir übrigens ein Exemplar des Buches “Die Abschlussarbeit im Unternehmen schreiben” von Olaf Schmidt. Was müsst ihr dazu machen: Einfach auf Facebook den entsprechenden Post liken und tippen, von welcher Uni bisher die meisten Studierenden unsere Seite besucht haben.